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Steuerberater Berlin HPTP GmbH
OKTOBER 2011

Liebe Mandantinnen und Mandanten,

der Herbst ist vielen ein ungeliebter Zeitgenosse: Nasskalt kündigt er den Winter an, der Sommer rückt einmal mehr in weite Ferne. Doch der Herbst hält auch wunderbare Dinge bereit, die man in keiner anderen Jahreszeit genießen kann: Das Rascheln durch Laubhaufen zum Beispiel - oder aber die Pilzsuche im bunt gefärbten Blätterwald. 

Weil nicht nur beim Pilze sammeln, sondern auch in Sachen Steuern ein wenig Informiertheit unerlässlich ist - schließlich will man sich weder den Magen noch seine Stuerangelegenheiten verderben - melden wir Ihnen mit unserem heutigen Newsletter wieder einige Änderungen, die für Sie relevant sein könnten:

1. Elektronische Rechnungen: Vereinfachungen für den unternehmerischen Umgang.

2. Absetzbarkeit des Erststudiums: Jetzt Chancen sichern!

3. Riester- und Rürup-Verträge: Anhebung der Altersgrenze zum 1. Januar 2012.

4. Mehr Service für unsere Mandanten: Elektronische Einsicht in die Steuerakte.

Wir wünschen Ihnen einen raschelnden und wohlschmeckenden Herbst,

Ihr Team von H/P/T/P/

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Elektronische Rechnungen: Klappe zu, Affe tot.

Der Mensch neigt dazu, unangenehme Dinge bisweilen gekonnt zu ignorieren. Man denke dabei an die drei Affen, die gemäß einem japanischen Sprichwort den vorbildlichen Umgang mit allem Schlechtem symbolisieren: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen! Ähnlich verhielt sich die deutsche Wirtschaft bisher gegenüber den rigiden Gesetzesvorschriften zu elektronischen Rechnungen: Die Auflagen wurden schlichtweg ignoriert und man verschickte munter Zahlungsaufforderungen als Email-Anhang im PDF-Format.

Dabei ging jedoch der gutgläubige rechnungsempfangende Unternehmer ein erhebliches Risiko ein: Denn elektronische Rechnungen benötigten eine „qualifizierte elektronische Signatur“. Diese musste mit einer speziellen Software geprüft und digital archiviert werden. Nur der Nachweis einer derartigen Signatur berechtigte das Unternehmen zum Vorsteuerabzug. Im Falle einer negativen Prüfung konnte der Lapsus schnell in saftige Nachzahlungen münden.

Mit dem Steuervereinfachungsgesetz 2011 ist nun einiges besser geworden: Der Zwang zur Signatur wurde rückwirkend zum 1. Juli 2011 aus dem Umsatzsteuergesetz gestrichen. Eine erhebliche Vereinfachung – die Finanzämter scheinen mit diesem Schritt endlich im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Die neue Regelung gilt für alle Umsätze ab dem 1. Juli 2011. Der Rechnungsempfänger hat dennoch weiterhin die Pflicht "die Echtheit der Herkunft der Rechnung, die Unversehrtheit ihres Inhalts und ihre Lesbarkeit" zu gewährleisten. Das heißt nichts anderes, als dass der Rechnungsempfänger auch weiterhin nachweisen muss, dass die digitale Rechnung weder während der Übermittlung noch nach dem Empfang verändert wurde. Dies ist aber im Allgemeinen durch die normale Rechnungsüberprüfung gewährleistet (z.B. Abgleich mit der Bestellung bzw. der tatsächlich erbrachten Leistung), die jedes Unternehmen schon aus eigenem Interesse durchführt.

In jedem Fall muss jedoch auch die elektronische Rechnung archiviert werden und jederzeit lesbar sein – in der Regel über einen Zeitraum von zehn Jahren. Wichtig: Der Ausdruck auf Papier reicht zur Erfüllung dieser Pflicht nicht aus! Elektronische Rechnungen müssen auch elektronisch aufbewahrt werden und zwar so, dass ihre Unveränderbarkeit sicher gestellt ist.

Die elektronische Rechnungsstellung ist somit nicht gänzlich unproblematisch, dennoch wird ihr wohl die Zukunft gehören. Sie sollten trotzdem wissen: Ihr Anspruch auf eine Rechnung in Papierform bleibt in jedem Fall erhalten! Die elektronische Rechnungsstellung erfordert nämlich weiterhin die Zustimmung des Rechnungsempfängers.

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Jubel und Rubel: Kosten für Erststudium absetzbar

Ungefähr den Wert eines Porsches hat ein drei- bis fünfjähriges Studium: Studien- und Semestergebühren, Wohnung, Material, Verpflegung. Es fällt einiges an, für das oft so verklärte Studentenleben. Steuerlich wurden Studenten bisher nur mäßig entlastet: Die Kosten für ein Erststudium direkt nach dem Schulabschluss konnten sie lediglich als Sonderausgaben geltend machen. Diese sind bei 4.000 Euro gedeckelt und können nur in dem Jahr angesetzt werden, in dem sie auch tatsächlich angefallen sind. Für Studierende mit geringem oder gar keinem Einkommen blieb diese Option daher wirkungslos.

Mit zwei überraschenden Urteilen hat der Bundesfinanzhof (BFH) nun entschieden, dass die Ausgaben für ein Erststudium als Werbungskosten absetzbar sind. Das heißt in voller Höhe, bis zu vier Jahren rückwirkend und vor allem als sogenannte vorweggenommene Werbungskosten. Letzteres heißt, dass die Verluste aus der Ausbildung so lange gegengerechnet werden können, bis sie aufgebraucht sind. Damit kann die Steuerlast in den ersten Berufsjahren maßgeblich sinken. Unter Umständen eine große Entlastung für Berufsanfänger, vor allem wenn noch eine Kredit- oder Bafög-Rückzahlung gestemmt werden muss.

Was sollten Studenten jetzt tun, um von der Neuregelung zu profitieren? Zunächst: Belege suchen! Steuerlich anerkannt werden in jedem Fall Studiengebühren, Prüfungsgebühren, Kosten für Fachliteratur, Arbeitsmaterial, Computer oder Drucker, das Binden der Abschlussarbeit und ggf. die Fahrten vom Heim- zum Studienort. Ob auch Mietkosten anerkannt werden, ist noch nicht entschieden. Anschließend: Steuererklärung abgeben! Das geht rückwirkend, in der Regel bis zu vier Jahre. Voraussetzung ist natürlich, dass der Studierende in den betreffenden Jahren noch keine Steuererklärung abgegeben hat bzw. der Steuerbescheid noch offen ist. Ganz wichtig: In der Steuererklärung muss angekreuzt werden, dass ein Verlustvortrag für die Werbungskosten beantragt wird! Das Finanzamt stellt dann eine Verlustbescheinigung aus, die in den Folgejahren wirksam werden kann.

Mankos bleiben bei allem Jubel: Zum einen profitieren tatsächlich nur die Studierenden selbst von der neuen Regelung, nicht aber deren Eltern. Ganz gleich ob diese es sind, die de facto für die Ausbildung ihrer Sprösslinge aufkommen. Auch schwebt noch immer das Damoklesschwert des Nichtanwendungserlasses über der frohen Kunde. Spricht das Finanzministerium einen solchen aus, gilt die Entscheidung des Gerichts ausschließlich für die beiden konkret verhandelten Einzelfälle, nicht aber für alle deutschen Jung-Akademiker.

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Pünktlich zum Sektkorken-Knall: Anhebung der Altersgrenze bei Riester- und Rürup-Verträgen

Neben Eigenheim und Lebensversicherung sind sie die Klassiker der privaten Altersvorsorge: die so genannten Riester- bzw. Rürup-Verträge. Allerdings ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Ist Otto Normalverbraucher meist ohnehin von den höchst undurchsichtigen Vertragsbedingungen verwirrt, denkt sich Vater Staat zusätzlich immer mal wieder etwas Neues aus. Dem willigen Privatvorsorger soll es schließlich nicht langweilig werden!

Der neueste Streich erfolgt pünktlich zum 1. Januar 2012. Denn von der Einführung der Rente mit 67 sind auch Rürup und Riester betroffen. Galt bisher, dass die frühestmögliche Auszahlung der privaten Rente ab dem 60. Lebensjahr möglich ist, muss der Versicherte, der seinen Vertrag nach dem 31. Dezember 2011 abschließt, nun zwei Lenze mehr ins Land ziehen lassen: Die frühestmögliche Auszahlung der privaten Rente kann - ohne Verluste - zukünftig erst ab dem 62. Lebensjahr erfolgen.

Der Abschluss eines Riester- oder Rürup-Vertrages sollte trotz dieser Änderung nicht überstürzt erfolgen. Vor allem ist vor so genannten Vorratsverträgen zu warnen. Bei diesen liegen die erste ordentliche Beitragszahlung und der technische Versicherungsbeginn zeitlich deutlich nach dem Vertragsabschluss – durchaus verlockend, um sich die alten Konditionen zu sichern und trotzdem nicht verfrüht Geld locker machen zu müssen. Allerdings sieht das Bundesministerium der  Finanzen in solchen Verträgen regelmäßig einen steuerrechtlichen Gestaltungsmissbrauch.

Anerkannt werden lediglich Verträge, die erstens zivilrechtlich noch im Kalenderjahr 2011 abgeschlossen werden und bei denen zweitens der vereinbarte Versicherungsbeginn vor dem 1. April 2012 liegt. Damit ein Riester- oder Rürup-Vertrag als zivilrechtlich noch 2011 abgeschlossen gilt, muss entweder der Versicherungsschein noch in diesem Jahr ausgestellt worden sein oder der Versicherer muss dem Versicherungsnehmer zumindest eine Annahmeerklärung zukommen lassen. Bei dieser ist dann jedoch nicht der Zeitpunkt des Zugangs, sondern lediglich ihre Datierung ausschlaggebend.

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Elektronische Abfrage Ihres Steuerkontos: Direkt, schnell, komfortabel!

Zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache: H/P/T/P/ betreut Sie mit dem Rundum-Sorglos-Paket. Wir erstellen Ihre Steuererklärung oder Ihren Jahresabschluss und übernehmen dabei sämtliche Kommunikation mit den Finanzbehörden. Um diese Aufgaben kompetent leisten zu können, ist es oftmals notwendig, Ihre Steuerkontodaten bei der Finanzkasse abzugleichen. Seit kurzem bietet die Finanzverwaltung hierfür ein elektronisches Verfahren an, damit wir als Steuerberater direkte Einsicht auf Ihr bei den Behörden geführtes Steuerkonto nehmen können. Dadurch entfallen vor allem lange Wartezeiten, wie sie bei der bisherigen schriftlichen oder telefonischen Auskunft üblich waren.

Mit dem neuen Verfahren können wir unabhängig von Behördenöffnungszeiten und den Urlaubsplänen Ihres Betreuers beim Finanzamt innerhalb weniger Minuten Auskunft zu offenen Beträgen, Sollstellungen oder geleisteten Zahlungen auf Ihrem Steuerkonto erhalten. Anhand dieser Informationen können wir unsere Daten mit denen der Behörde abgleichen, bei Unstimmigkeiten schneller reagieren und Probleme unmittelbarer klären. Abgesichert wird das Verfahren durch eine aufwendige Signatur-Technik – ein unberechtigter Zugriff durch Dritte ist damit ausgeschlossen.

Damit Sie und wir von den beschriebenen Vorteilen profitieren können, benötigen wir Ihre schriftliche Zustimmungserklärung. Wir werden Sie dazu in den nächsten Wochen und Monaten persönlich ansprechen!

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Impressum
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