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05.05.2020

Update zur Kurzarbeit: Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Die Corona-Krise zwingt viele Unternehmen in die Kurzarbeit. Dies soll vor allem bei einer Absenkung der Lohnkosten den wirtschaftlichen Druck lindern. Circa 700.000 Unternehmen haben bisher Kurzarbeit angemeldet. Gleichzeitig sorgt dies zu Lohneinbußen bei den Arbeitnehmern. Nun hat sich die Koalition auf eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes verständigt.

Aktuelle Regelung

Aktuell erhalten kinderlose Beschäftigte 60 Prozent und Beschäftigte mit Kindern 67 Prozent der Nettoentgeltdifferenz zwischen pauschaliertem Soll-Entgelt und Ist-Entgelt. Immer wieder wurden Stimmen laut, die eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes aufgrund der schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise forderten.

Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hat letzte Woche eine stufenweise Anhebung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Die Neuregelung sieht vor, dass in den ersten drei Monaten die bisherigen Kurzarbeitergeld-Sätze gelten.

Ab dem 4. Monat soll es für diejenigen, die ihre Arbeitszeit um mindestens 50 Prozent reduziert haben, eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes auf 70 bzw. 77 Prozent und ab dem 7. Monat dann eine weitere Anhebung auf 80 bzw. 87 Prozent der Nettoentgeltdifferenz geben. Die Regelung gilt jedoch längstens bis zum 31. Dezember 2020.

Kurzübersicht:

1. bis 3. Monat: 60 % (kinderlose Beschäftigte); 67 % (Beschäftigte mit Kindern)
Ab dem 4. Monat: 70 % (kinderlose Beschäftigte); 77 % (Beschäftigte mit Kindern)
Ab dem 7. Monat: 80 % (kinderlose Beschäftigte); 87 % (Beschäftigte mit Kindern)

Ausweitung Hinzuverdienstmöglichkeiten

Darüber hinaus beschlossen die Parteien, dass ab dem 1. Mai 2020 bis 31. Dezember 2020 für alle Berufe eine „Hinzuverdienstmöglichkeit“, begrenzt auf das bisherige volle Monatseinkommen, besteht.

Praxistipp zur Anpassung von Aufstockungsleistungen

Viele (Betriebs-)Vereinbarungen zur Kurzarbeit sehen eine (vom Arbeitgeber gewährte) Aufstockungsleistung bzw. einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld vor. Diese Regelungen müssten überprüft und ggf. nachverhandelt werden, wenn sie nicht zusätzlich zur erhöhten gesetzlichen Leistung bezahlt werden sollen.