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Zuwendungen ins Ausland – Was Privatpersonen beachten sollten

Wer Gutes tut, kann Steuern sparen. Ob Sie eine Spende an eine gemeinnützige Organisation tätigen wollen oder sich mit der Gründung einer Stiftung selbstlos für das Gemeinwohl engagieren wollen: Der Staat unterstützt Sie dabei mit verschiedenen Steuerbegünstigungen. Wenn Sie jedoch Ihren Sommerurlaub außerhalb Deutschlands verbringen und dabei auf unterstützenswerte Initiativen oder Organisationen aufmerksam werden, sollten Sie im Hinterkopf haben, dass einer Steuerbegünstigung besondere Nachweispflichten im Wege stehen könnten. 

Was sind steuerbegünstigte Zwecke?

Vereine, Stiftungen und andere Einrichtungen, die selbstlos der Allgemeinheit dienen, indem sie gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke im Sinne der Abgabenordnung verfolgen, und dies dem Finanzamt nachweisen, sind in Deutschland steuerbegünstigt. Das bedeutet, dass sie u.a. von der Körperschaftsteuer freigestellt sind. Außerdem können Spenden an solche Einrichtungen nach § 10b Einkommensteuergesetz steuermindernd geltend gemacht werden

Was muss bei Engagement im Ausland beachtet werden?

Grundsätzlich können steuerbegünstigte Zweck auch im Ausland verwirklicht werden, ohne dass die Steuerbefreiung oder der Spendenabzug schon allein durch die Verwirklichung im Ausland entfällt. Möchten Privatpersonen Zuwendungen ins Ausland tätigen, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, um die Steuerbegünstigung geltend zu machen. 

So muss der Zahlungsempfänger entweder eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder eine öffentliche Dienststelle aus einem EU/EWR-Land sein, oder eine Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse aus einem EU/EWR-Land sein, die steuerbefreit wäre, wenn sie in Deutschland Einkünfte erzielen würde. Spenden an Organisationen in Staaten, die nicht der Europäischen Union angehören wie z.B. die Schweiz, sind vom Spendenabzug ganz ausgeschlossen.

Die Finanzverwaltung stellt außerdem erhöhte Anforderungen an den Nachweis,dass die deutschen gemeinnützigkeitsrechtlichen Vorgaben erfüllt und die Mittel sachgerecht verwendet werden. Die Vorlage einer Spendenbescheinigung des Zuwendungsempfängers, die sich am jeweiligen ausländischen Recht orientiert, reicht den deutschen Finanzbehörden in der Regel nicht aus. Belege, die als Nachweise dienen können und in deutscher Übersetzung vorgelegt werden sollten, wären insbesondere Satzung, Tätigkeitsbericht, Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben, Kassenbericht, Vermögensübersicht mit Nachweisen über die Bildung und Entwicklung der Rücklagen, Aufzeichnung über die Vereinnahmung von Zuwendungen und deren zweckgerechte Verwendung sowie Vorstandsprotokolle.

Welche Nachweise genau nötig sind, ist jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich. Auch wenn es heißt, bei der Forderung der Nachweise würde der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt werden, gestaltet es sich sehr schwierig, Auslandsspenden im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend zu machen. Inbesondere bei niedrigen Spendenbeträgen steht der erforderliche Aufwand in keinem Verhältnis zur möglichen Steuerersparnis. Der Spendenabzug in Deutschland scheitert daher zumeist an den erforderlichen Nachweispflichten.

Wenn Sie genauer wissen möchten, welche Steuervorteile Sie aufgrund Ihres gemeinnützigen Engagements haben, sprechen Sie uns bitte an. Unsere zertifizierten Stiftungsberater stehen Ihnen auch gerne beratend zur Seite, wenn Sie selbst eine Stiftung gründen möchten. Erste Informationen zur Errichtung einer Stiftung haben wir in unserem neuen Flyer zusammengefasst, den Sie in gedruckter Form bei uns in der Kanzlei oder hier als PDF-Version finden.