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Erhöhung der Umsatzsteuer

Nachdem die neuen ermäßigten Umsatzsteuersätze gerade zum Alltag geworden sind, werden sie Anfang Januar wieder auf 19% bzw. 7% angehoben. In diesem Zusammenhang gilt es die Übergangsprobleme zu beachten. Für die Anwendung der Umsatzsteuersätze ist der Zeitpunkt der tatsächlichen Leistungserbringung entscheidend.

Bei Lieferungen ist der Zeitpunkt der Leistungserbringung der, an dem der Empfänger die Verfügungsmacht erworben hat (üblicherweise die Übergabe). Bei einer Versendung oder Beförderung von Waren gilt die Lieferung mit Beginn der Beförderung als ausgeführt. Sonstige Leistungen gelten zum Zeitpunkt ihrer Vollendung als erbracht. Dies bedeutet, dass eine Leistung, die im Jahr 2020 begonnen wurde, jedoch erst nach dem 31.12.2020 abgeschlossen wird, mit 19% bzw. 7% zu versteuern ist. Es besteht die Möglichkeit bereits abgeschlossene Teilleistungen im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 zu den geringeren Umsatzsteuersätzen abzurechnen.

Bei Dauerleistungen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, muss zwischen wiederkehrenden Lieferungen (kontinuierliche Lieferung von Baumaterial) oder sonstigen Leistungen (Leasing, Vermietung, Wartung, Reinigung etc.) unterschieden werden. Handelt es sich um eine wiederkehrende Lieferung werden die Leistungen an dem Tag, an dem die entsprechende Lieferung stattfindet, ausgeführt. Sonstige Leistungen gelten erst bei Ende des Leistungszeitraumes als abgeschlossen.

Für die Behandlung von Einzweck-Gutscheinen ist der Mehrwertsteuersatz zu dem Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheines relevant. Bei Mehrzweckgutscheinen ist ausschließlich der geltende Steuersatz zum Zeitpunkt der Leistungserbringung ausschlaggebend. Beim Verkauf eines Mehrzweck-Gutscheines wird noch keine Umsatzsteuer ausgewiesen.

Ausführlichere Informationen zur Anhebung der Umsatzsteuer werden im BMF-Schreiben erläutert. Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema sprechen Sie gerne Ihren zuständigen Steuerberater bei HPTP an.