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05.05.2020

Ermäßigte Steuer für die Gastronomie und Herabsetzung der Vorauszahlung für 2019

Ermäßigte Steuer für die Gastronomie

Bisher gilt für Speisen und Getränke, die in einem Restaurant oder Café verzehrt werden, ein Umsatzsteuersatz von 19 Prozent. Auf Speisen, die durch Abholung oder Lieferung nach Hause verkauft werden, fällt jedoch nur eine Umsatzsteuer von 7 Prozent an. Die Koalition hat zur Unterstützung der Gastronomiebetriebe beschlossen, auch auf Speisen, die vor Ort verzehrt werden, den ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent anzuwenden.

Hiervon betroffene Steuerpflichtige sollten sich hierzu mit dem Hersteller ihres Kassensystems in Verbindung setzen, sodass die Regelung auch entsprechend im Kassensystem umgesetzt wird. Diese Regelung soll ab dem 1. Juli 2020 befristet für ein Jahr gelten.

Herabsetzung der Vorauszahlung für 2019

Das Bundesministerium der Finanzen hat mit dem Schreiben vom 24.04.2020 eine Herabsetzung der bereits geleisteten Vorauszahlungen zur Einkommens- und Körperschaftssteuer 2019 aufgrund eines pauschalen Verlustrücktrages aus 2020 ermöglicht. Voraussetzung ist, dass die Steuerpflichtigen unmittelbar und nicht unerheblich negativ von der Corona-Krise betroffen sind.

Für den pauschal berücksichtigten Verlustrücktrag aus 2020 in Höhe von 15%, der für die Festsetzung der Vorauszahlung 2019 zugrunde gelegten Einkünfte, ist es nicht notwendig die aktuellen wirtschaftlichen Schäden detailliert nachzuweisen. Die Möglichkeit, unter Einreichung detaillierter Unterlagen einen höheren rücktragungsfähigen Verlust darzulegen, bleibt hiervon unberührt.

Eine entprechende Anpassung der Vorauszahlungen ist bei dem für die Festsetzung der Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer zuständigen Finanzamt zu beantragen.

Ergibt sich bei der Steuererklärung 2020 kein oder ein geringerer Verlustrücktrag nach 2019 ist der aufgrund des o.g. Antrages für 2019 bislang gestundete Betrag entsprechend innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheides für 2020 zu zahlen. Stundungszinsen sind nicht festzusetzen.

Im Ergebnis erhalten betroffene Steuerpflichtige mit dieser Maßnahme einen kurzfristigen, zinslosen Liquiditätszuschuss.