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24.07.2018

Reale Steuerpflichten auch bei virtueller Währung

Die neue Datenschutzgrundverordnung soll Schutz der personenbezogenen Daten bieten – doch gilt das auch für Finanzdaten? Zwar sind Bank- und Steuergeheimnis in der Gesetzgebung fest verankert, ebenso aber auch der automatische Informationsaustausch über Finanzkonten in Steuersachen zwischen dem Bundeszentralamt für Steuern und ausgewählten Staaten.

Dazu kommen Sonderfälle des Verdachts auf Steuerhinterziehung (wie der oben genannte Airbnb-Fall), die zeigen: Finanzbehörden haben weitreichende Auskunftsrechte, insbesondere, wenn sich Sachverhalte im Ausland abspielen.

Ähnliche Offenlegung von Kundendaten hatte zuletzt der Internal Revenue Service, die in den USA zuständige Steuerbehörde, von der Kryptowährungsbörse Coinbase verlangt – und die Daten bekommen. Bremsen Versuche der Regulierung durch die EU-Kommission den Hype um bisher im weitgehend unregulierten Markt gehandelte virtuelle Währung? Die Kurse für Bitcoins, Etherum, Ripple & Co sind jedenfalls seit Ende 2017 wieder extrem gefallen und schwanken stark. Dennoch steigen immer mehr traditionelle Investoren in das Geschäft ein und versuchen, Bitcoins für einen breiteren Anlegerkreis zu etablieren. Und in manchen Geschäften in Berlin kann man auch schon mit Bitcoins bezahlen. Grund für uns, darüber zu informieren, welche steuerlichen Pflichten mit dem Handel mit virtueller Währung verbunden sind.

Zunächst lässt sich festhalten: Laut Auffassung des Bundesfinanzministeriums handelt es sich bei Kryptowährung weder um (Fremd-)Währung noch um eine Kapitalanlage. Investitionen in Bitcoins und Co. werden wie etwa Gold, Antiquitäten oder Immobilien als Wirtschaftsgüter behandelt. Daher wird keine Umsatzsteuer fällig, die Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährung fallen jedoch unter die ganz normale Einkommensteuer.

Das bedeutet: wer Bitcoins kauft und innerhalb von 12 Monaten mit Gewinn wieder verkauft, erzielt sogenannte Spekulationsgewinne, die er bei der Einkommensteuererklärung angeben muss. Sobald der Gewinn eine Freigrenze von EUR 600 übersteigt, ist er komplett steuerpflichtig. Die gute Nachricht dabei ist: Gewinne aus dem Handel mit Bitcoins und anderer Kryptos können mit Verlusten aus anderen Spekulationsgeschäften im selben Jahr verrechnet werden. Auch mindern die Kosten (z. B. Transaktionskosten) den Gewinn beziehungsweise erhöhen den Verlust.

Bei Bedarf unterstützen wir Sie dabei, den zu versteuernden Betrag zu ermitteln. Sprechen Sie uns gerne an.