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14.05.2020

Sachspende

Nicht nur Geld, sondern auch Sachzuwendungen an gemeinnützige Organisationen sind steuerlich als Sonderausgaben abzugsfähig. Die Voraussetzung hierfür ist, dass die Spenden ohne Gegenleistung für steuerbegünstigte Zwecke an entsprechende Organisationen geleistet werden. Dabei gilt es zwischen Sachspenden von Privatpersonen und Sachspenden aus Betriebsvermögen zu unterscheiden.

Sachspende Privatvermögen

Der Wert einer Sachspende aus dem Privatvermögen ist grundsätzlich mit dem Verkehrswert anzusetzen. Dieser entspricht dem Preis, den Sie bei einem Verkauf des Gegenstandes erzielen könnten. Bei neuwertigen Gegenständen ist die Bewertung leicht und kann durch den Kaufbeleg nachgewiesen werden.

Schwieriger gestaltet es sich jedoch bei gebrauchten Gegenständen. Hierbei muss der Marktwert unter Berücksichtigung des Alters, des Anschaffungspreises und des Erhaltungszustands geschätzt werden. Es fällt keine Umsatzsteuer an. Für den Nachweis können zum Beispiel die Kaufrechnung, ein Gutachten (bei hochpreisigen Sachen) oder Angebote vergleichbarer Gegenstände eingereicht werden.

Sachspende Betriebsvermögen

Auch eine Sachspende aus dem Betriebsvermögen ist möglich. Diese Entnahme kann zum Buchwert erfolgen. Der Buchwert entspricht dem Preis der Anschaffung abzüglich der entsprechenden Abschreibungen bis zur Entnahme.

Wichtig ist es hierbei zu beachten, dass eine Spende aus dem Betriebsvermögen umsatzsteuerpflichtig ist. Ausgangswert ist hier aber nicht der Buchwert, sondern der Marktwert.

Beispiel:
Ein Unternehmer kauft für seine Firma ein neues Notebook. Statt das alte Notebook zu verkaufen oder zu entsorgen, spendet er es an einen gemeinnützigen Schulverein. Der Buchwert beträgt 1 EUR. Bei einem Verkauf des Notebooks könnte der Unternehmer 200 EUR erzielen.

Die Entnahme des Notebooks kann hier zum Buchwert 1 EUR erfolgen. Die Umsatzsteuer auf die Spende beträgt jedoch 38 EUR (19% auf 200 EUR) und ist an das Finanzamt abzuführen.

Der Wert der Spendenbescheinigung beträgt 39 EUR (1 EUR + 38 EUR). Im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung kann der Unternehmer 39 EUR als Sonderausgabe geltend machen.

Ob eine Sachspende aus dem Betriebsvermögen sinnvoll ist, muss der Unternehmer für sich selbst entscheiden. Wichtig ist, dass die Sachspende keinen zusätzlichen steuerlichen Effekt hat und die Umsatzsteuerbelastung zu berücksichtigen ist.

Eine Ausnahme bilden Spenden von medizinischen Gütern, wie beispielsweise Desinfektionsmittel, Schutzmasken und Arzneimittel. Werden diese Güter an Einrichtungen, die unmittelbar zur Bewältigung der Corona-Pandemie beitragen, gespendet, sind sie von der Umsatzsteuer befreit. Darunter zählen unter anderem Spenden an Krankenhäuser, Pflegeheime, Arztpraxen, Feuerwehr oder Polizei. Unternehmen, die unentgeltlich Personal für medizinische Zwecke zur Verfügung stellen, sind ebenfalls nicht umsatzsteuerpflichtig. Diese Regelung gilt bis zum Ende des Jahres.

Besondere Anforderungen an die Spendenbescheinigung

Um eine Sachspende von der Steuer absetzen zu können, benötigen Sie in jedem Fall einen Nachweis über die Spende, die sogenannte Zuwendungsbestätigung. Diese wird vom Verein ausgestellt. Die Zuwendungsbestätigung muss folgende Informationen enthalten: die genaue Bezeichnung des Gegenstandes, den aktuellen Wert und Tag, an dem Sie gespendet haben sowie Alter, Zustand und ursprünglicher Kaufpreis der Sache. Bei mehreren Gegenständen darf kein pauschaler Preis angegeben werden, denn jeder Marktwert muss einzeln ermittelt werden. Gegebenenfalls kann der Spendenbescheinigung eine Anlage beigefügt werden. Je genauer eine Aufstellung ist, desto eher wird diese vom Finanzamt anerkannt werden.

Wenn Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, sprechen Sie uns gerne an. Insbesondere bei der Wertermittlung der Sachspende unterstützen wir Sie gerne.