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Unpünktlichkeit kann teuer werden

Ab diesem Jahr gelten neue Fristen für die Abgabe der Steuererklärung. Steuerpflichtige, die sich nicht steuerlich beraten lassen, müssen ihre Steuererklärung künftig nicht mehr bis Ende Mai, sondern erst bis Ende Juli abgeben. Steuerpflichtige, die von einem Steuerberater beraten werden, erhalten ebenfalls zwei Monate mehr Zeit und müssen die Erklärung erst bis 28. Februar des übernächsten Jahres abgeben. Die neuen Fristen gelten erstmalig ab dem Veranlagungszeitraum 2018 und betreffen neben der Einkommensteuer unter anderem die Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer. 

Die Großzügigkeit des Finanzamtes hinsichtlich der Abgabefristen hat jedoch auch eine Kehrseite. Nicht nur, dass das Finanzamt immer noch vorfristige Abgaben anordnen kann – wie es heute schon bei mehrmaliger Fristüberschreitung oder bei hoher erwarteter Nachzahlung der Fall ist –, auch wurden die Sanktionen bei Verspätungen verschärft.  

Folgen der Fristverletzung

In der Vergangenheit hatten Finanzbeamte einen Ermessensspielraum hinsichtlich der Höhe der Verspätungszuschläge. Wenn beispielsweise der säumige Steuerpflichtige plausibel darlegen konnte, dass die Verspätung entschuldbar ist, konnte durchaus vom Verspätungszuschlag abgesehen werden. Diese Ermessensregel entfällt nun: Bei Fristversäumnis wird automatisch ein Mindest-Verspätungszuschlag festgesetzt. Dabei unterscheidet sich die Berechnungsformel für die Ermittlung des Mindestzuschlages nach Steuerart. Für Steuererklärungen, die sich auf ein Kalenderjahr oder einen gesetzlich bestimmten Zeitpunkt beziehen, werden für jeden angefangenen Monat der Versäumnis 0,25 Prozent der um die Vorauszahlungen und die anzurechnenden Steuerabzugsbeträge verminderten Steuer fällig, mindestens aber 25 Euro pro verspätetem Monat. Der Höchstbetrag für den Verspätungszuschlag liegt – unabhängig von der Steuerart – bei 25.000 Euro. Darüber hinaus stehen dem Finanzamt weitere Sanktionsmöglichkeiten wie Zwangsgeld, Schätzung der Besteuerungsgrundlage und die Anrechnung von Zinsen auf die Steuernachzahlung zur Verfügung, sodass auf den säumigen Steuerzahler – zusätzlich zur Steuernachzahlung - erhebliche Summen zukommen können. 

Wir haben für Sie natürlich alle Termine und Fristen im Blick und informieren Sie mit entsprechendem Vorlauf über benötigte Zuarbeiten. Bitte kommen Sie rechtzeitig auf uns zu, wenn Sie Zuarbeiten nicht fristgerecht leisten können. Gerne sprechen wir ganz individuell mit Ihnen über Möglichkeiten, Sanktionen zu vermeiden oder gering zu halten.