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27.03.2020

Wie hilft das Finanzamt, die Sozialversicherung und die Bank?

Das in unserem letzten Newsletter angekündigte Schreiben des Bundesfinanzministeriums hat leider nur das Bekenntnis der Bundesregierung keine steuerlichen Hindernisse in den Weg zu stellen wiederholt. Klarheit für eine bundeseinheitliche Umsetzung dieses Bekenntnisses hat sich leider nicht ergeben. Steuerpflichtige, die nachweislich belegen können, dass es infolge der Corona-Pandemie zu Umsatzausfällen kommt oder kommen wird, können beim zuständigen Finanzamt für fällige Steuern Anträge auf Steuerstundungen stellen, die zinsfrei bis zum 31. Dezember 2020 gewährt werden sollen.

Darüber hinaus soll bis Ende 2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen verzichtet werden.

Inwieweit hiervon alle Steuern betroffen sind ist nicht einheitlich geklärt und wird von jedem Finanzamt anders entschieden.

Für zukünftige Ertragsteuervorauszahlungen können ohne Nachweise Anträge auf Herabsetzung gestellt werden. Inwieweit dies auch rückwirkend für das erste Quartal 2020 geht, ist von Finanzamt und Bundesland unterschiedlich.

Selbst die Rückerstattung der Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer 2020 ist nicht einheitlich geregelt. Bei manchen Finanzämtern soll die Sondervorauszahlung mit zukünftigen Umsatzsteuern verrechnet werden. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass nach Ende der Krise – hoffentlich im Sommer 2020 – wieder eine Sondervorauszahlung gezahlt werden muss.

Die fälligen Sozialversicherungsbeiträge können aktuell auch zinsfrei gestundet werden. Inwieweit diese Stundung Einfluss auf die Erstattung des Kurzarbeitergeldes hat, ist nicht endgültig geklärt. Grundsätzlich setzte die Erstattung des Kurzarbeitergeldes die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge jedoch voraus.

Zudem wurde die Abgabe- und die Zahlungsfrist der Schwerbehindertenabgabe in diesem Jahr auf den 30. Juni 2020 verlängert.

Bei allen Stundungen ist zu beachten, dass es sich nur um einen Aufschub der Zahlungsverpflichtung handelt und die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge später gezahlt werden müssen.

Wie hilft die Bank?

Die Bedingungen für den KfW-Unternehmerkredit (für Bestandsunternehmen) und den ERP-Gründerkredit (für junge Unternehmen unter fünf Jahren) wurden weiter gelockert.

Die Risikoübernahme wird nochmals auf bis zu 90 Prozent für kleine und mittlere Unternehmen und 80 Prozent für große Unternehmen erhöht. Als kleine und mittlere Unternehmen gelten Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten, maximal EUR 50 Mio. Umsatz und einer Bilanzsumme von maximal EUR 43 Mio.

Die Darlehen müssen zwingend über die jeweilige Hausbank beantragt werden. Wir helfen Ihnen natürlich gerne bei der Beantragung.